Intro und Geschichte vom Ouessantschaf

 

Das Ouessantschaf, oder das bretonische Zwergschaf, ist wohl die kleinste
Schafrasse der Welt. Es stammt von der kleinen Insel Ile d'Ouessant. Die
Insel liegt im Atlantischen Ozean, mehrere Kilometer vor der Küste der
Bretagne, Frankreich (Westeuropa).

Eine ideale Hobbyrasse
Durch den kleinrahmigen Wuchs von maximal einem halben Meter Höhe sind diese
Schafe ganz einfach auf einem kleinen Acker zu halten. Wegen des dicken
Schafpelzes können die Schafe das ganze Jahr über draußen bleiben, sie
schätzen jedoch einen Unterschlupf.
Trotz des kleinen Formats handelt es sich um eine sehr kräftig gebaute
Rasse. Die Schafe fordern sehr wenig Pflege und sind kaum anfällig für die
üblichen Schafkrankheiten
Der Bock und das Mutterschaf können das ganze Jahr über zusammen gehalten
werden. Die Brunstzeit fällt in den Herbst, im Frühjahr werden die Lämmer
geboren. Sie kommen fast immer ohne Hilfe zur Welt, Geburtsprobleme gibt es selten.
Jedes Mutterschaf wirft meistens ein Lamm, Zwillinge sind die Ausnahme. Die Lämmer sind sehr lebenskräftig, und die Mutterschafe haben gute Muttereigenschaften.
Das Ouessantschaf ist ziemlich selten, weltweit gibt es nur einige Tausend.
Das Ouessant sieht man besonders in Frankreich, Belgien und den
Niederlanden. Ouessantschafe sind sehr schön, die Böcke besitzen eindrucksvolle Hörner. Weibliche Tiere haben keine Hörner, haben jedoch manchmal Hornstümpfe. Die Tiere gibt es in schwarz, braun und weiß. Das Ouessantschaf hat keine Scheu vor Menschen

Die Geschichte
Das rauhe Klima auf der kleinen Insel und die harten Lebensbedingungen
sorgten für eine natürliche Auslese. So entstand ein kleines aber sehr
widerstandsfähiges Schaf, das auch unter schlechten Bedingungen überleben
konnte. Die Bewohner der Insel Ouessant lebten hauptsächlich vom Fischfang und hielten die Schafe vorwiegend zur Wollerzeugung. Mit der eigenen Wollproduktion auf der Insel war die Bevölkerung bis zum Ende deszwanzigsten Jahrhunderts auf Wolleinfuhr vom Festland angewiesen. Die ursprüngliche schwarze Wolle ermöglichte der Bevölkerung die Herstellung von Kleidung ohne Farbstoffe.Braune Tiere, die ab und zu geboren werden, waren
je doch unerwünscht. Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurden regelmäßig andereSchafe vom Festland eingeführt um größere Tiere zu züchten und um diewachsende Nachfrage nach weißer Wolle zu befriedigen. So entstand neben der schwarzen und der braunen auch die weiße Farbe.

Rassenmerkmale
Das ursprüngliche Ouessantschaf wurde seither noch häufig gekreuzt und der
ursprüngliche Typ existiert schon längst nicht mehr. Das Überleben
reinrassiger Tiere ist einigen Privatleuten des Festlandes zu verdanken, die echten Ouessantschafe so vor dem Aussterben bewahrten. Die Nachkommen dieser Population bilden den heutigen Ouessantbestand. In den Niederlandengibt es die Tiere dieser Rasse seit 1971.

Ausgewachsene Schafe wiegen 13 bis 16 kg. Der Kopf ist von vorne gesehen dreieckig. Mutterschafe haben ein gerades Nasenbein, Böcke oft ein gekrümmtes Nasenbein. Die Augen sind klar mit lebendigem Blick, die Ohren sind fein, kurz und klein.Der Hals ist kurz und gut angesetzt. Einige Tiere haben sogenannte Glöckchen am Hals. Der Rücken ist gerade, die Rippen sind gewölbt. Ein flacher Bauch und flache Flanken. Das Kreuz ist flach undbreit, der Schwanz ist kurz und reicht bis wenige Zentimeter über dieHacken. Die Wolle ist lang mit sehr dichter Unterwolle.Die Unterwolle
bedeckt einen Teil der Wangen und des Wirbels, und weiter den gesamten Körper bis auf die Knie und die Hacken. Das Gewicht des Vlieses variiert bei Böcken von 1,2 bis 1,8 kg, bei Mutterschafen von 1 bis 1,5 kg. Es macht also 10% des Lebendgewichts aus. Damit liefert das Ouessantschaf den höchsten Wollertrag aller europäischen Schafrassen! Die Farbe der Wolle ist schwarz,
braun oder weiß mit jeweiligen Farbvariationen. Die Farbe des Vlieses muß einheitlich sein.Hier in Holland hat man auch angefangen Schimmelfarbe in den Ouessant zu züchten.